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Musiker

Als Tabla-Spieler muss man Christian Weiss hierzulande wohl kaum mehr vorstellen, er gilt über die Grenzen Österreichs hinaus als „Pulsschlag der Kirtan-Szene“, die er seit mehr als 20 Jahren mitgestaltet. Mit seinem faszinierenden Rhythmusinstrument und seinem einfühlsamen Spielstil ist er gefragter Begleiter von unzähligen Künstlern aus dem In- und Ausland.
Er fühlt sich der uralten Tradition der Tempelmusiker verpflichtet und wird deswegen auch von der Wiener Hindu-Community geschätzt.

Sein Spezialgebiet ist das hingebungsvolle Begleiten spiritueller Lieder, denen er in letzter Zeit auch des öfteren mit seiner Stimme zusätzlichen Ausdruck verleiht. Er war und ist aber immer offen für Kooperationen mit Musikern aus komplett anderen Genres.

Sein Multimedia-Soloprojekt „Bharat Mata (Mother India)“, das – wie eine Reise quer durch Indien – verschiedene Qualitäten des Subkontinents akustisch ausdrückt, wurde 2006 in einer Kooperation mit dem Schriftsteller Josef Winkler in Klagenfurt uraufgeführt. Im März 2008 folgte die Solo-CD zu diesem Projekt, die in Eigenproduktion mit allen studiotechnischen Finessen fertig gestellt wurde.

Um die Popularität der indischen Musik zu steigern, hat er 2006 die Website  Swara – Plattform für indische Musik und Tanz in Österreich gelauncht. Und als gemeinsames Sprachrohr der „singenden Yoga-Szene“ wurde von ihm 2014 die  Vienna Kirtan School ins Leben gerufen.

In der  Terminübersicht der Vienna Kirtan School findet man vermutlich immer wieder Veranstaltungen, bei denen er mitwirkt.

Die Tabla

Die Tabla ist ein Schlaginstrument, das vor langer Zeit in Nordindien auf der Basis uralter traditioneller Trommeln weiterentwickelt worden ist. Sie wird mit einer speziellen Fingerschlagtechnik gespielt und bietet eine einzigartige Klangvielfalt. Das Instrument ist auch schon als Königin der Trommeln bezeichnet worden.

Genaugenommen besteht die Tabla aus zwei Trommeln: einer bauchigen aus Metall (Bayan oder auch Duggi genannt) und einer mehr zylindrischen aus Holz (die eigentliche Tabla, auch als Dayan bezeichnet). Das augenfälligste sind die schwarzen Punkte (Syahi) auf den kompliziert aufgebauten Fellen (Puri). Diese werden aus einer geheimen Mixtur mit Eisenstaub, Reis und anderen Zutaten hergestellt und sind hauptverantwortlich für den unnachahmlichen Klangreichtum der Trommeln.

Auf der bauchigen Bayan erklingen die charakteristischen melodiösen Bassklänge, während die kleinere Trommel mit einem Hämmerchen auf einen bestimmten Grundton gestimmt wird und Sounds wie Regenprasseln, Peitschenknall oder Glockenschläge erzeugt.

Die Tabla ist das Standard-Rhythmusinstrument in der klassischen nordindischen Musik (im Gegensatz zur südindischen Musik, wo vor allem die zweiseitig bespannte Trommel Mridangam Verwendung findet). Wegen des interessanten Ton-Repertoires wird sie inzwischen längst auch in westlichen Fusion-Musikprojekten, Jazz und Weltmusik eingesetzt. Als begabtester Tabla-Meister unserer Zeit wird häufig Zakir Hussain genannt, der außerhalb Indiens vor allem durch die Zusammenarbeit mit dem Gitarristen John McLaughlin bekannt geworden ist.

Die Tabla-Spieler bedienen sich einer eigenen Sprache, die den einzelnen Schlagkombinationen Sprechsilben (Bols) zuordnet, so dass man jedes Muster nicht nur spielen, sondern auch sprechen kann, z. B.:

Dha tire kite dha ghe na tun na dha ti dha ghe dhin na ghe na

Das Spiel folgt komplexen überlieferten mathematischen Gesetzen (Taal), die den Rahmen für teils überraschende rhythmische Variationen und – je nach Können des Musikers – virtuose Improvisation bieten.

Immer wieder wird Christian Weiss gefragt, ob er auch Tabla-Unterricht gäbe. Das tut er nicht – mit dem Hinweis, dass die Annahme eines Schülers das Übernehmen einer Verantwortung für eine jahrelange konstante Zusammenarbeit bedeute; diese Verpflichtung könne er aufgrund seiner Lebensumstände nicht eingehen.
Es
gibt aber in Wien eine Gruppe von Tabla-Schülern unter der Leitung von Dr. Thomas Kintaert, nähere Infos: thomaskintaert@gmail.com
Musiker http://das.verstehst.net/musiker 20.5.2018